Archiv für den Autor: mikromakrowelt

SA. 20.08.2016 – 14 Uhr: Stadtforschertraining #22 mit Sabine Schneider

Meiner Umgebung auf den Leib rücken – Ein tanzendes Raumexperiment

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Als Kostümbildnerin erlebe ich während der Probenprozesse, wie Tänzer Bühnenräume mit ihren darin befindlichen Objekten austesten und erforschen. Sie treten in eine Interaktion, loten Möglichkeiten und Grenzen aus. Dabei finden sie nicht nur für sich neues Bewegungsvokabular und –qualitäten, sondern decken ungeahnte Eigenschaften, Charakter und Atmosphäre von Räumen und Objekten auf und zeigen diese lebendig und sichtbar über ihren Tanz dem Zuschauer. Ein schöner kleiner Kubus aus Glas, verwandelt sich im Tanz – die Bewegungen von zwei Tänzern darin sind abgehackt, sie stoßen immer wieder an die Scheiben, das Atmen wird schwer – zu einem Gefängnis.

Diese Herangehensweise von Tänzern wollen wir nutzen um ein Wäldchen im Gleisdreieckpark „zu Leibe zu rücken“: Wie verändert sich meine Wahrnehmung zu einem Raum, wenn ich körperlich mit ihm interagiere, Bewegungen oder Objekte, die ich entdecke nachahme? Was passiert, wenn wir uns mit einer Bewegung oder als Gruppe in einer bestimmten Position hinzufügen? Welche Klänge kann ich meiner Umgebung entlocken, wenn ich bestimmte Bewegungen ausführe?

Das Training beinhaltet einen Prozess des Beobachtens, Bewegungen und Positionen nachahmen, um sie weiter zu entwickeln und des Reflektierens.

Beginn: Samstag, 20. August 14:00 Uhr (s.t.=pünktlich) 

Treffpunkt: Eingang Park am Gleisdreieck, Yorckstraße (Nahe U + S Yorckstraße, auf der gegenüberliegenden Seite des Ausgangs der S-Bahn)

Hinweis: Bitte bequeme Kleidung, (die auch dreckig werden darf) und Turnschuhe anziehen.

Dauer: Ca. 2,5 Stunden, mit einer Pause und abschließender Einkehr.
 Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko und ist kostenlos. Über eine Spende für die Vortragenden oder Vermittelnden und die Materialien würden wir uns jedoch freuen.

Das Stadtforschertraining findet zweimonatlich, i.d.R. jeweils am 3. Samstag statt. Datum, Zeit, Treffpunkt und Thema werden rechtzeitig über die üblichen Plattformen bekanntgegeben.

DIE GEWINNERINNEN DES SPAZIERGANGSWETTBEWERBS 2015 STEHEN FEST

No StepJetzt hat es doch ganz schön lange gedauert, bis die SiegerInnen ermittelt waren. Das hat dieses mal vor allem damit zu tun, dass das Thema sehr offen gehalten war und wir im Rahmen der Jurierung viel Definitionsarbeit leisten mussten: Ist die Einreichung X noch ein Spaziergang oder schon eine Performance, oder kann eine Performance auch ein Spaziergang sein oder andersherum? Und passt das dann noch zum Wettbewerb im Sinne der Ausschreibung? Viele schöne Denkaufgaben haben uns die Einreichungen beschert. Dafür an dieser Stelle schon mal einen herzlichen Dank an alle, die teilgenommen haben.

Um euch nun aber nicht noch länger auf die Folter zu spannen, freuen wir uns jetzt euch die GewinnerInnen des Spaziergangswettbewerbs 2015 mitteilen zu können: Weiterlesen

Sa. 23. April 2016, 16 Uhr: Stadtforschertraining #20 mit Karsten Michael Drohsel

Écriture en Plain Air – Kreatives Schreiben in der Stadt

„Flanieren ist eine Art Lektüre der Straße, wobei Menschengesichter, Auslagen, Schaufenster, Cafè-Terrassen, Bahnen, Autos, Bäume zu lauter gleichberechtigten Buchstaben werden, die zusammen Worte, Sätze und Seiten eines immer neuen Buches ergeben“ schrieb Franz Hessel 1929 in „Spazieren in Berlin“.

Dieser Abschnitt, als Anleitung verstanden, eröffnet eine Methode der Stadtwahrnehmung, die es uns erlaubt die Stadt als Speicher für Fragmente einer Geschichte zu sehen, den es zu entdecken gilt. Dies wollen wir, während eines aufmerksamen Spaziergangs durch eine Straße in Berlin-Mitte tun und dabei Buchstaben, Worte und Satzfragmente sammeln, die im Anschluss in einem Cafè zu einer Geschichte verdichtet werden. Weiterlesen

Sa, 19.12.2015, 14 Uhr: Stadtforschertraining #18 mit Euch

Mit Sack und Pack raus in die Stadt und auf zum Random Walk

Mit Sack und Pack raus in die Stadt und auf zum Random Walk

Unfassbar! Wir müssen selbst staunen, wenn wir sehen, dass wir heute schon 18 sind. 18 Stadtforschertrainings mit 16 verschiedenen, teilweise grundverschiedenen Themen, die wir uns selbst oder ihr euch ausgedacht habt. Wahnsinn!

Zu diesem denkwürdigen Moment möchten wir euch und uns eine Überraschung bereiten und euch etwas schenken. Unter diesem Link könnt ihr euch einen Random Walk herunterladen, den ihr direkt im Anschluss eigenständig begehen könnt.

Random Walks, sind eine Möglichkeit sich von der Orientierung in der Stadt zu verabschieden und zumindest für kurze Zeit verloren zu gehen. Wenn ihr dann noch sämtliche Smartphones und Navigationsapplikationen außen vor lasst, macht es euch bestimmt Spaß zu sehen, wohin ihr kommt, wem und was ihr begegnet und mit welchen Impressionen und Geschichten ihr wieder zurückkommt. Ich selbst habe das Random Walking in New York kennengelernt und bin jetzt noch voller Erinnerungen an diesen Tag.

Wir wünschen euch dabei viel Vergnügen und freuen uns über Feedback, Bilder, Texte, Soundfiles, die bei eurem Spaziergang entstanden sind.

Schaut euch auch mal die Ausschreibung des Spaziergangswettbewerbs an, die ebenfalls 14 Uhr Online steht. Wir freuen uns auf viele unterschiedliche Einreichungen und tolle Ideen.

Herzliche Grüße und viel Spass

Karsten und Sebastian

Spaziergangswettbewerb 2015 – DA LANG! – Urbane Spiele

Mal neue Wege gehen!

Mal neue Wege gehen!

Täglich weisen uns sichtbare und unsichtbare Regeln und Zeichen den Weg durch die Stadt. Gesetze und Verordnungen aber auch Verkehrszeichen und Piktogramme organisieren und bestimmen unser Verhalten. Dies teils radikal und unbewusst, weil wir die Rahmenbedingungen des Fortkommens (“nicht zu spät kommen!”, „keine Umwege gehen!“, „nicht trödeln!“, „effektiv und effizient sein!“ ) schon von Kindesbeinen an verinnerlicht (bekommen) haben.

Doch diese Regeln sind letztlich nicht so harmlos, wie sie auf den ersten Blick scheinen: Architektur, Städtebau und Stadtplanung folgen eben diesen Regeln und organisieren somit über Zulässigkeit oder Ausgrenzung, über Performativität und Anmutung nicht nur unser Verhalten, sondern konfigurieren eine gesellschaftliche Ordnung, die durch Markierungen, Grenzen und Gatter manifest wird.

Doch was, wenn wir beschließen die Stadt als Spielfeld zu begreifen und wenn wir in dieser Konsequenz unsere eigenen Regeln und Spielregeln aufstellen? Was, wenn wir uns Versuchsanordnungen überlegen und die oben beschriebene Logik, nach der Städte gebaut sind, auf die Probe stellen? Weiterlesen

SFT #18, Spaziergangswettbewerb, Umstrukturierung etc.

Liebe Mitläufer und Mitläuferinnen,

ein ereignisreiches Jahr neigt sich zum Ende hin und hinterlässt viele positive Eindrücke schöner Begegnungen, neuer Erkenntnisse und Perspektiven, vieler neuer Kontakte und einer Menge Spaß, den wir bei den unzähligen Spaziergängen und den sechs Stadtforschertrainings hatten.

Wir wollen Euch deshalb herzlich dafür danken, dass ihr uns treu geblieben seid und unsere, teilweise sehr speziellen Ideen, mit Freude aufgenommen und diese konstruktiv bereichert habt. Letztlich seid Ihr es auch, die uns immer wieder Mut geben neue Wege zu gehen, Dinge auszuprobieren und auch mal daneben liegen zu dürfen.

Für das morgige Stadtforschertraining haben wir uns deshalb auch was ganz Besonderes ausgedacht: Wir werden hier, pünktlich um 14 Uhr, einen Spaziergang hochladen, den Ihr dann herunterladen und eigenständig begehen könnt. Ihr könnt die Idee als Muster nehmen und beliebig ergänzen, ausbauen, verändern etc. Dieses soll unser Geschenk an euch sein, verbunden mit der Hoffnung, dass wir euch damit eine kleine Freude machen können.

Parallel werden wir den diesjährigen Spaziergangswettbewerb ausloben, der dieses mal aufgrund vieler Auslandsreisen in die Ukraine, nach Georgien und Armenien, in die Ukraine, die Schweiz, die Niederlande etc. erst sehr verspätet ausgerufen werden kann. Wir hoffen Ihr seht es uns nach.

Das nächste reguläre Stadtforschertraining wird dann am 20. Februar 2016 sein. Alle relevanten Informationen bekommt ihr, wie gehabt, über unsere Internet Seite und, sodenn ihr euch eingetragen habt, unseren Newsletter.

Kommendes Jahr stehen jedoch einige Änderungen ins Haus. Wir haben in den letzten zwei Jahren mit viel Energie an unserer Professionalisierung gearbeitet und strukturieren unsere ganze Projektstruktur um. Der erste große schritt 2016 wird sein, dass wir gemeinsam das Impulsbüro Berlin als übergeordnete Struktur betreiben werden und mikromakrowelt auflösen werden. Die Stadtforschertrainings werden künftig ein wichtiger Bestandteil der Mobilen Universität Berlin, die ja schon seit Jahren parallel läuft. Über die Einzelheiten dieser Schritte werden wir euch noch zu gegebener Zeit ausführlicher informieren, geben auf Anfrage aber auch gerne Auskunft.

Soviel für den Moment, morgen 14 Uhr gibt es den Spaziergang zum Download und die Auslobung des Spaziergangswettbewerbs.

Wir sind gespannt auf euer Feedback…

Herzliche Grüße,

zum letzten Mal als mikromakrowelt-Team

Karsten Michael Drohsel und Sebastian Strombach

Dokumentation des Stadtforschertrainings #17

Foto1Am vergangenen Samstag begab sich eine Gruppe von Stadtforschern vom Tempodrom aus auf eine Reise sowohl ins Körperinnere als auch durch ein Stück Stadtgelände, in dem sich Parkanlagen mit alten und neuen Bauwerken mischen. Am Anfang standen Lockerungs- und Wahrnehmungsübungen, die helfen können, unserer stark optisch geprägten Wahrnehmung und alltäglichen Reizüberflutung eine breitere körperliche Basis zu geben. Dazu gehörte auch der physische Kontakt (Berühren, Lehnen, Kraftübertragen) mit lebenden und unbelebten Strukturen in unserer Umgebung.Foto2Mit differenzierterem Sensorium und erweiterter Perspektive begaben wir uns anschließend gemessenen Schrittes auf den Weg in den Gleisdreieckpark, wo es Spielmöglichkeiten mit unterschiedlichen Bodenbelägen (Wiese, Holzstege, Sand, Schotter, erschütterungsdämpfende Sportbeläge, Trampolins), Geräten aus Holz und Metall sowie Perspektiven auf Konstruktionen gibt, die in unterschiedlicher Weise die Prinzipien von Stabilität und Flexibilität ausdrücken. Eine Bahnfahrt am Schluss ermöglichte nochmals andere Möglichkeiten, körperliche Resonanz auf Vibrationen der Umgebung zu erforschen.

Foto3Einige der Teilnehmer berichteten, wie die Entschleunigung und Grundierung ihre Perspektive weitete. Mit präsentem Knochensystem wurden z.B. die verschiedenen Sorten von Untergrund mit ihren unterschiedlichen Schwingungsqualitäten differenzierter wahrgenommen. Vorher scheinbar Unwichtiges geriet in den Blick, gewohnte Wahrnehmungsmuster wurden fragwürdig.

Text: Irene Langner, Bilder: KMD