Archiv für den Monat: September 2013

Reminder: Spaziergangswettbewerb geht dem Ende zu!

Der Spaziergangswettbewerb 2013 endet in Kürze, weswegen wir euch nochmal an die Teilnahme erinnern wollen. Der Wettbewerb richtet sich an alle, die Freude an solchen Entdeckungen haben, die sich nur durch die Tätigkeit des aufmerksamen Spazierens erschließen lassen.

Die diesjährige Ausschreibung ist dem großen Geist Walter Benjamin gewidmet und findet unter dem Thema “VERIRREN” statt. Gesucht werden Spaziergänge, die ein absichtliches oder unabsichtliches Verirren thematisieren, also wie und wo ihr euch verirrt habt, was eure Erlebnisse waren, wem und was ihr begegnet seid, wie ihr euch orientiert oder gerade nicht orientiert habt? Aber auch auf was ihr durch das Verirrtsein gestoßen seid, welche Erfahrungen ihr gemacht und wie ihr diese reflektiert habt. Was uns besonders interessiert ist, ob ihr aus dieser Erfahrung etwas ableiten könnt, wie z.B. eine Anleitung zu einem Spaziergang, den andere dann nachempfinden können oder Landkarten, Soundfiles oder eine Fotoserie?

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Sendet euren Beitrag an wettbewerb(bei)mikromakrowelt(punkt)de, Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2013.

Alle Infos zur Einreichung und zur Jurierung findet ihr hier. Für Rückfragen stehen wir unter der gleichen Mailadresse gerne zu Verfügung.

Wir freuen uns auf eure Teilnahme und Weiterleitungen über eure Verteiler

Karsten Michael Drohsel, Eva Maria Epple, Werner Pregler, Andrea Respondek und Aline Löw

SOUND MAPPING KREUZBERG – EINE KRITISCHE KARTIERUNG im Rahmen des OPENiT Festivals

Ein klassisches Format der Mobilen Universität ist die „Impuls-Universität“, die vom Impulsbüro mikromakro entwickelt wurde. Der Idee liegt zugrunde, dass alle lokalen EinwohnerInnen als ExpertInnEn für ihr Lebensumfeld sind und deshalb auch für lokale Prozesse primäre Ansprechpartner sein sollten.

Ziel einer „Impuls-Universität“ ist es, die Aufmerksamkeit auf bisher nicht beachtete oder ungewöhnliche Phänomene der Stadt zu lenken und entlang einer These oder expliziten Fragestellung zum einen gemeinsame Lerneffekte zu initialisieren und zum anderen einen lokalen Wissensspeicher zu schaffen. Ergänzt wird dieses Wissen durch Meinungen und Kenntnisse nicht-lokaler TeilnehmerInnen, die nicht nur einen Blick von aussen mitbringen, sondern auch die durch direkte oder indirekte Betroffenheit eingeschränkte Sicht hinterfragen, diese herausfordern und ergänzen. Die Vision ist, dass aus dieser Konstellation ein gemeinsamer Diskussionsprozess entspringt, der die Grundlage für ein gemeinsames „Impuls-Forschungsprojekt“ bietet.

Im Rahmen des vom 26. – 29. September 2013 in Berlin Kreuzberg stattfindenden OPENiT Festivals haben wir uns kurzfristig entschlossen eine Impuls-Universität zu Fragen der offensichtlichen Gentrifizierung rund um den Moritzplatz anzubieten. Unter dem Titel SOUND MAPPING KREUZBERG und der Fragestellung, ob Gentrifizierung sinnlich erlebbar ist, wollen wir eine kritische Kartierung rund um den Platz und in den angrenzenden Quartieren vornehmen.

Zentrale Fragestellung soll sein, ob man die durch die Gentrifizierung des Quartiers eingetretenen baulichen und nutzungsbezogenen Veränderungen hören kann, also wie sich die veränderte Raumsituation anhört und inwiefern sich diese von der historischen lokalen Soundscape unterscheidet. Angestrebt werden zwei Teilprozesse, einer tagsüber, einer spätabends bzw. nachts, um zwei vergleichbare Soundscape-Kartierungen zu erhalten.

Die TeilnehmerInnen des Prozesses entwerfen auf Grundlage der übergeordneten Fragestellung ein Forschungs-Setting, kartieren ein selbst festgelegtes Gebiet um den Moritzplatz, befragen ggf. Anreiner und Passanten, recherchieren historische Belege, ordnen und präsentieren die Ergebnisse, die abschließend gemeinsam reflektiert werden sollen. Für die Impuls-Universität sollen ausschließlich die lokalen Begebenheiten und Angebote genutzt werden. Somit wird durch dieses Format neben den direkten Ergebnissen auch die Fähigkeit vermittelt, an anderen Orten selbstständig spontane, themenbezogene Forschungsprojekte zu initiieren und lokales Wissen zu produzieren.

SOUND MAPPING KREUZBERG ist ein Kooperationsprojekt von Mobile Universität und mikromakrowelt. Der Prozess wird von Karsten Michael Drohsel begleitet.

Teil1 findet am 27.09.2013 zwischen 15:00-18:00 Uhr statt. Treffpunkt im Betahaus Cafe; Prinzessinnenstraße 18/19. Bitte Ausschau nach OPENiT Logo an einem der Tische halten.

Teil2 findet am 27.09.2013 zwischen 20:00-22:00 Uhr statt. Treffpunkt im Betahaus Cafe; Prinzessinnenstraße 18/19, wenn schon geschlossen treffen wir uns direkt davor. Bitte Ausschau nach OPENiT Logo halten.

Das gesamte Programm des OPENiT Festival wird tagesaktuell auf der Webseite des Festivals veröffentlicht.

Akustische Spaziergänge im Rahmen der Stadt(ver)führungen in Nürnberg

Heute und Morgen bietet der Raumforscher und Gehkünstler Werner Pregler im Rahmen der Nürnberger Stadt(ver)führungen 2013 mehrere Spaziergänge zum Thema “Akustik in der Stadt” an.
Die heutige Radtour zu den Hörenswürdigkeiten geht um 17 Uhr los. Treffpunkt ist im Eingang der Villa Leon in St. Leonhard. Die Tour findet bei jedem Wetter statt.

Weitere Informationen unter: www.stadtverfuehrungen.nuernberg.de

Relevante Fragen zum Fußverkehr auf dem Fellow Walk in München

Welche Rolle spielt der Fußverkehr in der Verkehrshierarchie einer Stadt und wie können wir das am öffentlichen Raum erkennen? Gibt es Parameter, die unbedingt verändert werden müssen oder können/müssen sich Fußgänger, als die flexibelsten Verkehrsteilnehmer, an die bestehenden Strukturen anpassen? Wie würde eine Stadt wie München ohne Autoverkehr aussehen und ist dies überhaupt erstrebenswert?

Diese Fragen sind nur ein kleiner Teil der Fragen, die wir im Rahmen unserer Teilnahme an der Walk21 Konferenz mit unseren Mitläufern und Mitläuferinnen diskutiert haben. Dabei war das Basisinteresse der TeilnehmerInnen anfänglich eher in Richtung Streetart und Nutzräumen für urbane Sportarten, wie Skaten und Longboarden. Doch wenn man ohne weiteres Ziel und ohne zeitliche Beschränkung im Stadtraum unterwegs ist, stellen sich die relevanten lokalen Fragen i. d. R. wie von selbst.

Die Münchener Edition des Fellow Walker-Spaziergangs führte mit insgesamt 15 Richtungs- und 2 Aktionskarten in der Gegend um das Konferenzgelände und ließ uns bis zur Schwanthaler Straße kommen, an der wir, provoziert durch den weitläufigen Blick über die Mehrspurige Straße, zur Frage kamen, was wohl mit den vielen überdimensionierten Straßenräumen passieren könnte, wenn es auf einmal keine Autos mehr im Stadtraum gäbe. Besonders Interessant die Gedanken der MitläuferInnen, die sich fragten, ob das zum einen überhaupt Sinnvoll wäre, zum anderen, ob diese entstehenden Frei-Räume überhaupt eingegliedert und entwickelt werden könnten und ob dieses nicht zu starken Segregationen führen würde.

Fragen und Thesen, die in München sicher noch ausführlicher diskutiert werden müssten. Aber auch in anderen Städten, in denen regelmäßig die Forderung nach einer autofreien Innenstadt laut werden. Nachfolgend ein paar Impressionen vom Spaziergang.

Walk 21 Konferenz München 11. – 13. September 2013

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Kommende Woche findet in München die internationale Konferenz “Walk21″ statt. Innert eines umfangreichen Programms wird unter dem Motto “Walking Connects!” drei Tage lang zu Themen des Fußverkehrs und der Steigerung der Lebens- und Wohnqualität in den Städten gesprochen und diskutiert. In Panels und Walkshops kann nachvollzogen werden, wie sich die Qualität von Städten und Quartieren durch eine Fokussierung auf den Fußverkehr und die Verzahnung der Fußverkehrförderung mit den relevanten Planungs- und Gestaltungsdisziplinen positiv, auch auf andere Bereiche des Urbanen auswirken kann.

mikromakrowelt ist ebenfalls auf der Konferenz vertreten und wird am 11. September im Rahmen der Walkshops das Spiel Mitläufer/Fellow Walker anbieten. Interessenten können sich noch kostenpflichtig an der Konferenz und zum Spiel anmelden.

Wer nicht an der Konferenz teilnehmen kann, kann am öffentlichen Programm teilnehmen, das hier zum download bereit steht. Besonders empfohlen sei auch der Walk unserer Freunde von den Urbanauten: Isarboulevard, 13.09.13, 17.30 – 19 Uhr, ab Corneliusbrücke alle Infos hier

Gegrillter Ochse, BND, Brechts Gießkanne und eine Zahnbürste

Überall lauern Geschichte und Geschichten auf uns, an jeder Ecke der Straße, in jeder Person, zu jeder Zeit. Was fehlt, ist oftmals die Aufmerksamkeit für sich, für die Stadt, für andere Menschen. So könnte die Zusammenfassung der B-Tours Edition des Spaziergangs “Fellow Walker” lauten.

Was auf Hinterhöfen so passiert...

Was auf Hinterhöfen so passiert…

Aufgeteilt in Gruppen à sechs MitläuferInnen fanden am 30. August gleichzeitig zwei Fellow Walks statt. Der eine führte eine Gruppe in Richtung Süd-Berlin, der andere in Richtung norden. Beide starteten zur gleichen Zeit mit den gleichen Richtungskarten und jeweils zwei Aktionskarten, die vor Ort ausgelost wurden. Und dennoch, unterschiedlicher hätten die Spaziergänge nicht sein können: Weiterlesen