Archiv für den Monat: September 2014

UNDER (DE)CONSTRUCTION – Das Kreativquartier Dachauer Straße in München

Derzeit wird in München das Gelände der der ehemaligen Luitpoldkaserne, ein großes Innerstädtisches Gebiet in der Gegend um die Dachauerstraße/Schwere-Reiter-Straße, transformiert. In diesem Prozess werden sich, in der Zeit vom 12. Sept. bis 18. Okt. 2014, auf dem Gelände acht Künstler sowohl mit den bestehenden Räumen als auch mit der von der Landeshauptstadt München geplanten Restrukturierung auseinandersetzen. Darüber hinaus werden zahlreiche Performances, DJ-Sets, eine Filmreihe zum Thema Konstruktion/Dekonstruktion sowie Workshops und Podiumsdiskussionen zur Stadtentwicklung, Revitalisierung Urbanen Raums und Kunstvermittlung stattfinden.

In diesem Rahmen sind wir am kommenden Mittwoch, auf Einladung der “Stiftung Federkiel” und der “Kooperationsgemeinschaft Labor”, in München zu Gast auf einer Diskussionsveranstaltung zu Potentialen der Spaziergangswissenschaft für Stadtentwicklungsprojekte.

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Gibt es sowas, wie das richtige Konzept?

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Heute (13. September 2014): Spaziergang zum Tag des offenen Denkmals

Welche Farbe hat die Schöneberger Insel?

 Die roten Fahnen

Einen Spaziergang zum Thema “Farben”, haben wir zum Jane`s Walk letztes Jahr schon einmal angeboten. Zusammen mit einer Gruppe Interessierter waren wir auf der “Roten Insel” unterwegs und haben uns u.a. gefragt: Können Kieze Farben haben? Und wenn ja, wie materialisieren sie sich? Welche Farbe hat ein Kiez, wenn wir die visuellen Eindrücke außer Acht lassen und uns auf die gehörte, gerochene oder gefühlte Farbe konzentrieren? Lassen sich Stadträume farblich verstehen und folglich auch farblich darstellen? Welche Funktionen übernehmen Farben dann und wie wirken diese Farben, wenn wir die visuellen Eindrücke mit den empfundenen Farben in Relation setzen? Bekommen Farben an Gebäuden, die Farbe der Infrastrukturen und Verkehrsmittel, farbig beleuchtete Häuser und Plätze eine neue Bedeutung? Werden wir durch Farben beeinflusst?
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Spaziergangswettbewerb 2014 – Sequenz

es ist wieder so weit! Der Sommer ist nach einem zwischenzeitlichen Herbsteinbruch endlich noch einmal zurückgekommen und ihr seid hoffentlich ausgiebig draussen und könnt so den diesjährigen Spaziergangswettbewerb nutzen, eure bisherigen Wegstrecken, ergangenen Gedanken und erlaufenen Erkenntnisse zu reflektieren. Oder ihr nehmt die Auslobung zum Anlass, jetzt loszulaufen und ganz neue Erfahrungen zu machen.

Spaziergangswettbewerb 2014 – Sequenz

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Das Deutsche Wörterbuch führt unter dem Begriff »Sequenz« folgendes auf: »Reihe, Folge; (in der mittelalterl. Liturgie) eingefügter, hymnusähnl. Gesang; (Mus.) auf anderer Tonstufe wiederholte kleine Tonfolge; (Film) Reihe von Einstellungen, die im Handlungsverlauf unmittelbar aufeinnanderfolgen; (Kart.) mindestens drei aufeinanderfolgende Karten gleicher Farbe (zu lat. sequentia).«

In anderen Quellen, wie z.B. in Scott McLouds Buch »Comics richtig lesen« taucht »Sequenz«, gemeint ist hier der Comic selbst, folgendermaßen auf: »Zu räumlichen Sequenzen angeordnete, bildliche oder andere Zeichen, die Informationen vermitteln und/oder eine ästhetische Wirkung beim Betrachter erzeugen sollen.«

Die beiden vorangestellten Quellen beschreiben auf einer abstrakten Ebene das Wesen von Sequenzen, als offene oder abschließende Ab- oder Reihenfolge, die unterschiedlich lang, inhaltlich wie formal variierend ausgestaltet sein kann und in verschiedenen Zusammenhängen jeweils unterschiedliche Ziele verfolgt.

Sucht man unsere Umwelt nach Sequenzen ab wird man überall fündig. Wer sich einmal darauf einlässt, endeckt in allem Reihungen oder Abläufe. Sei es im Film, Comic, Tanz, Spiel oder in der Musik, Architektur oder der Weltraumfahrt. Der Lidschlag unserer Augen bestimmt unsere Wahrnehmung: 24 Bilder pro Sekunde nehmen wir als kontinuierliche Bewegung wahr. Auf diese Weise erkennen wir das Stadtschloß, den Plattenbau in Marzahn, die Kathedrale von Metz, den Fahrplan der S-Bahn, die X-Wiederholung von “Diner for one”, den Countdown, den Takt des Maschinenzeitalters. Alles Sequenzen!

Wer sich wie wir mit »Gehen« beschäftigt, bzw. wer geht, hat ebenfalls unweigerlich mit Sequenzen zu tun, in Form eines Weges, der beim Gehen entsteht und einer inhaltlichen oder thematischen Füllung, die bei den Gehenden eine ästhetische Wirkung erzeugt. Hier begegnen wir Sequenzen, die wir als Schrittfolgen und als Umwelt die unseren Gang begleitet und beeinflusst wahrnehmen, unmittelbar: die Rot-Phasen einer Ampel, die Säulenreihen eines Kirchenschiffs, die Gehwegplatten oder die Reihung der Straßenbäume.

Inspiriert durch diese Bemerkungen steht der diesjährige Spaziergangswettbewerb konsequenterweise unter dem Motto “Sequenz“. Gesucht sind Spaziergänge die sich mit Reihungen, Abfolgen, Konstellationen auseinandersetzen – sei es musikalisch, spielerisch, religiös oder auf ganz andere Art. Besonders interessiert uns neben eurer Herangehensweise den Walk betreffend, die Technik der gewählten Sequenz und die Darstellung der einzureichenden Medien: ob als Text, Film, Comic oder Lied. Weiterlesen