Archiv für den Monat: April 2015

Gesammelte Landschaften. Stadt als Text Mikrofestival der Stadtbeschreibungen

Morgen, Freitag 17.04.15 und Samstag 18.04.15 lädt das Literaturhaus Stuttgart zu mehreren Lesungen und Gesprächen, einem Stadtspaziergang, einer Ausstellung und Installationen ein. Leitfrage des Mikrofestivals ist: Kann man Stadt als Text lesen?

gesammelte_Landschaften-611Ulf Stolterfoht, m.a.u.s.e.r (Asli Serbest und Mona Mahall), Karsten Michael Drohsel (mikromakrowelt/Impulsbüro Berlin), Bureau Baubotanik (Hannes Schwertfeger, Oliver Storz und Sebastian Gabriel Becker) haben sich auf den Weg gemacht und ihre ganz eigenen Gänge durch Stuttgart als Tonspur aufgezeichnet. Von Februar bis April 2015 hat das Literaturhaus Stuttgart eingeladen, den aufgenommenen Wegbeschreibungen und Stadt-Lektüren jeweils zu zweit zu folgen. Während eine Person sich über Kopfhörer von der Aufnahme eines der Experten(teams) durch Stuttgart führen ließ und so zum Stadtleser wurde, konnte die zweite Person, indem sie während des Spaziergangs auf Band sprach, der Route ihre eigene Beschreibung hinzufügen. Welche Sprache, welches Vokabular haben wir, um die Stadt, durch die wir uns bewegen, zu beschreiben? An diesem Wochenende möchten wir Sie einladen, das gesammelte Material, die gesammelten Landschaften auszuwerten. In einer Ausstellung zeigen wir die vier unterschiedlichen Routen und ihre Autoren vor und machen diese akustisch und visuell nacherlebbar. In einer Lesung stellen wir Ihnen ausgewählte Stellen der Routen vor, an denen die Polyphonie der Stimmen, die Vielseitigkeit der eigenen Beschreibungen im Verhältnis zur ursprünglichen Route erfahrbar wird. Im Anschluss an die Lesung mit den Routenautoren werden wir über ihren Zugang zur Stadt und zum Text einer Stadt diskutieren. Im Anschluss laden wir ab 22.30 h zu einer Nachtwanderung durch Stuttgart ein. Am Samstag machen wir uns zusammen mit den Routenautoren auf zu einem gemeinsamen Spaziergang durch die Stuttgarter Innenstadt und besuchen ausgewählte Punkte aus den Routen.

Alle weiteren Infos findet ihr hier

SA. 25.04.2015 12:00Uhr: STADTFORSCHERTRAINING #14 MIT SEBASTIAN STROMBACH

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731 gemauerten Bögen trugen ursprünglich den Stadtbahnviadukt in seiner vollen Länge vom Ostbahnhof bis zum Bahnhof Charlottenburg – wir wollen diese Strecke in der gesamten Länge abgehen.
Der Stadtbahnviadukt ist das wohl urbanste Bauwerk Berlins, Millionen nutzen die Strecke täglich, in seinem Verlauf, seiner Architektur kondensiert sich jahrhundertelange Stadtgeschichte, gesellschaftliche Verwerfungen, Glanz und Elend der Stadt Berlin.
Eine der Grundregeln des Stadtforschers lautet ausgetrampelte Wege zu verlassen und neue Wege zu erkunden: also verlassen wir unseren täglichen Weg in der S-Bahn und gehen diesen ausgetrampelten Weg eine Etage tiefer!
Im mentalen Reisegepäck haben wir u.a. die Technik des Derivés; in der vorgeschlagen wird die Psychogeoraphie der Stadt durch einen genau festgesetzten Spielraum zu erforschen – bei unseren Walk die Struktur der Stadtbahn.
Im Hinterkopf haben wir auch die Technik der Sequenz z.B. im Comic (s.h. Stadtforschertraining #08 und #12, Spaziergangswettbewerb 2014), die Sequenz die uns begleiten wird, ist das Gleichmaß der Stadtbahnbögen beginnend am Stadtbahnbogen Nummer EINS und endend am Bogen 731.

Beginn: Samstag, 25. April 12:00 Uhr (s.t.=pünktlich) Stadtbahnbogen Nr.1 Ostbahnhof Ecke Erich-Steinfurth-Straße/ Straße der Pariser Kommune (gegenüber NETTO)
Dauer: Ca. 3 Stunden mit abschließender Einkehr. Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko und ist kostenlos. Jedoch wäre es schön, wenn jede teilnehmende Person ein Spende für die Vortragenden oder Vermittelnden und die Materialien geben könnte.
Das Stadtforschertraining findet zweimonatlich, i.d.R. jeweils am 3. Samstag statt. Datum, Zeit, Treffpunkt und Thema werden rechtzeitig über die üblichen Plattformen bekanntgegeben.

Literatur:

Guy Debord: Theorie des Umherschweifens, aus “Der Grosse Schlaf und seine Kunden”; Nautilus 1990

Scott McCloud: “Comics richtig lesen”