Archiv für den Monat: Oktober 2015

Dokumentation des Stadtforschertrainings #17

Foto1Am vergangenen Samstag begab sich eine Gruppe von Stadtforschern vom Tempodrom aus auf eine Reise sowohl ins Körperinnere als auch durch ein Stück Stadtgelände, in dem sich Parkanlagen mit alten und neuen Bauwerken mischen. Am Anfang standen Lockerungs- und Wahrnehmungsübungen, die helfen können, unserer stark optisch geprägten Wahrnehmung und alltäglichen Reizüberflutung eine breitere körperliche Basis zu geben. Dazu gehörte auch der physische Kontakt (Berühren, Lehnen, Kraftübertragen) mit lebenden und unbelebten Strukturen in unserer Umgebung.Foto2Mit differenzierterem Sensorium und erweiterter Perspektive begaben wir uns anschließend gemessenen Schrittes auf den Weg in den Gleisdreieckpark, wo es Spielmöglichkeiten mit unterschiedlichen Bodenbelägen (Wiese, Holzstege, Sand, Schotter, erschütterungsdämpfende Sportbeläge, Trampolins), Geräten aus Holz und Metall sowie Perspektiven auf Konstruktionen gibt, die in unterschiedlicher Weise die Prinzipien von Stabilität und Flexibilität ausdrücken. Eine Bahnfahrt am Schluss ermöglichte nochmals andere Möglichkeiten, körperliche Resonanz auf Vibrationen der Umgebung zu erforschen.

Foto3Einige der Teilnehmer berichteten, wie die Entschleunigung und Grundierung ihre Perspektive weitete. Mit präsentem Knochensystem wurden z.B. die verschiedenen Sorten von Untergrund mit ihren unterschiedlichen Schwingungsqualitäten differenzierter wahrgenommen. Vorher scheinbar Unwichtiges geriet in den Blick, gewohnte Wahrnehmungsmuster wurden fragwürdig.

Text: Irene Langner, Bilder: KMD

Die Welt in einer Straße

12088289_1693767950853674_6180708730971343144_n 12088110_1693767910853678_3397891611519718656_n 12088169_1692039584359844_2675602850346495997_n 12038060_1692040297693106_4105221460393019828_n

Letzten Monat haben wir für das Programm “ΣτART – Jugendkultur in Griechenland” 7 verschiedene Random Walks hergestellt.
Das Projekt ist eine Kooperation der Robert Bosch Stiftung, des Goethe-Instituts Thessaloniki und der Bundesvereinigung Soziokultureller Zentren e.V.
Hier zu sehen der Ausstellungsbeitrag einer Gruppe, die im Rahmen des Auftaktworkshops “Die Welt in einer Straße” bereist haben.

12079298_1693767890853680_6333964312235105345_n

12122910_1693767987520337_8134130746094601830_n

12122868_1693772764186526_3304634443599605945_nHier ein paar Fotos, die zeigen, wie konzentriert und fantasievoll die Teilnehmenden an den Random Walks im Prenzlauer Berg arbeiten.
Herrlich!

Sa, 17.10.2015, 14 Uhr: Stadtforschertraining #17 mit Irene Langner

Abb.: Irene Langner

Abb.: Irene Langner

Bei dieser experimentellen somatischen Stadterkundung gehen wir der Frage nach, wie unsere Wahrnehmung innerer und äußerer Räume zusammenspielt. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den knöchernen Strukturen in unserem Körper, die Stabilität und Flexibilität zugleich ermöglichen. Diese innere Wahrnehmung kann auch unseren Blick auf tragende und bewegliche Strukturen in unserer Umgebung verändern.

Mit Hilfe unserer Knochen können wir auf sehr direkte Weise erfahren, wie wir uns körperlich in Resonanz mit unserer Umgebung befinden. Indem wir uns beim Gehen und Verweilen unserer tragenden Strukturen bewusst sind, können wir unsere Beziehung zum Boden, auf dem wir uns bewegen, neu erforschen.

Wir werden in gemäßigtem Tempo unterwegs sein und hier und da verweilen. Daher bringt bitte ausreichend warme Kleidung mit, bei Bedarf auch Regenschutz und eine Sitzunterlage, außerdem Schreibzeug sowie falls vorhanden eine BVG-Monatskarte für die Zonen AB.

Beginn: Samstag, 17. Oktober 14:00 Uhr (s.t.=pünktlich) Treffpunkt ist an der Rückseite des Tempodrom auf dessen Terrasse. Nahegelegene Haltestellen sind z.B. Möckernbrücke (U7/U12), Ausgang Amtsgericht, oder Anhalter Bahnhof (S1/S2) Richtung Möckernstraße / Hallesche Straße. Das weiße zeltartige Dach des Tempodrom weist den Weg. Wir versuchen zudem Kreidepfeile auf dem Boden anzubringen.

Dauer: Ca. 3 Stunden mit abschließender Einkehr.

Die Teilnahme erfolgt auf eigenes Risiko und ist kostenlos. Jedoch wäre es schön, wenn jede teilnehmende Person ein Spende für die Vortragenden oder Vermittelnden und die Materialien geben könnte.

Das Stadtforschertraining findet zweimonatlich, i.d.R. jeweils am 3. Samstag statt. Datum, Zeit, Treffpunkt und Thema werden rechtzeitig über die üblichen Plattformen bekanntgegeben.

“Urban Gaming” Workshop in Ivano-Frankivsk

12087870_1476561512653681_5088572509520899036_o

Kreatives Chaos beim “Urban Gaming” Workshop in Ivano-Frankivsk. Insgesamt wurden drei Spiele entwickelt: je eins zu Akustik in der stadt, Symbolen und zu Olfaktorik.

12091232_1476561989320300_2036476660710203594_o

11219483_1476562002653632_5998638066969232536_o

12119922_1476562032653629_198527897839182838_o

Sieht aus wie ein Klischee, ist aber ernst gemeint: Vortragspult und Auditorium zum Vortrag “Zufällige Inspiration – Potentiale des Gehens in der Stadt” in der Kinderbibliothek in Ivano-Frankivsk

12015098_1476573275985838_4672411765371051797_o

Spontane Aneignung des Spiels “Schau Genau!” zu Farbstudien in der Innenstadt von Ivano-Frankivsk. Die Frage, die die Gruppe an Passanten Stellte bezog sich auf die Farbe der Stadt. Spitzenreiter war ein Terracotta-Ton, gefolgt von einem sehr hellen Grün. Der Herr auf der Bank verblüffte uns mit der Frage welche Farbe wir meinen, die von heute oder die von früher.