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What Sound is Space? – Über die Kunst die Geschichte der Stadt zu hören

Die Geschichte einer Stadt ist zwar nicht direkt hörbar, jedoch bietet jede Raumsituation eine eigene akustische Kulisse. Eine, wenn man so will, ortstypische klangliche Atmosphäre, die allerdings auf die Geschichte, in diesem Fall v.a. die bauliche Geschichte zurück geht, die sich besonders im Stadtgrundriss und der Bebauung zeigt.

Um dieser auf den Grund zu gehen und Grundlagen für eine mögliche akustische Denkmalpflege zu schaffen, haben wir in Erlangen zu einem Workshop eingeladen, der unsere Gedanken innert eines Praxisprojekts reflektieren sollte.  So haben wir, nach einer theoretischen Einführung die Werner Pregler im Wesentlichen gestaltete, exemplarisch einige Orte im öffentlichen Raum in Erlangen auf ihren akustischen Gehalt hin untersucht und mit den Teilnehmenden der Workshops analysiert, wie diese Räume klingen.

Wo ist der Klang der Vergangenheit versteckt?

Wo ist der Klang der Vergangenheit versteckt?

Ausgerüstet mit Hör-Geräten wurden vorab festgelegte akustische Stadtsituationen aufgesucht und analysiert und dadurch ein Bewusstsein für alltägliche Klangwelten geschaffen. Zudem kartierten wir Hörenswürdigkeiten in der Innenstadt, die neben den vielen Sehenswürdigkeiten ein anderes sinnliches Erleben ermöglichen. Gleichzeitig wurden die Hörerlebnisse auf analogen und Karten notiert und mit digitalen Aufnahmegeräten in Form von Soundfiles archiviert. Hierüber entsteht ein Austausch der verschiedenen Eindrücke unter den Teilnehmern. Die persönlichen Eindrücke wurden diskutiert und es kammen für jeden Teilnehmenden neue Klänge und Vorstellungen hinzu. Hierüber wurde der öffentliche Raum Erlangens nicht nur erfahrbar, sondern es wurden auch Fragen aufgewurfen: Was dominiert hier, was wiederholt sich, was für Überlagerungen gibt es, d.h. an was für einem Ort befinden wir uns eigentlich? In wie fern sind diese Orte/Räume in ein Soundscape eingebettet, wie reflektieren Architektur oder Kunstwerke den Klang und wie spielen visuelle und akustische Phänomene zusammen (auch historische Schichten können und sollen hiermit sichtbar gemacht werden)? Wie hat der Ort bei seiner Entstehung geklungen? Welche Spuren sind hiervon erhalten geblieben? Welche gegenwärtigen Spuren können bzw. werden oder sollen erhalten bleiben? Welche Klänge oder Geräusche stören den Ort? Diese Fragen leiteten zügig über in Fragen der Raumqualität aber auch in Fragen der Identität, der persönlichen Erinnerung sowie der kollektiven Geschichte.

Über die aussergewönlichen Experimente mit den Hör-Geräten und den vor Ort zurückgelassenen Klebestreifen konnten auch andere Passanten auf den Raumklang aufmerksam gemacht werden, was zum einen in einen lebhaften Hör-Diskurs überführte und zum anderen Passanten zur Interaktion anstiftete.

FR. 14.06.2013 und SA. 15.06.2013 13:00 Uhr: STADTFORSCHERTRAINING #03

Herzliche Einladung zum dritten Stadtforschertraining, das dieses mal in Erlangen stattfindet.

Unter dem Motto “What Sound is Space?” werden wir uns mit den klanglichen Qualitäten des öffentlichen Raums in Erlangen beschäftigen und versuchen der Kunst die Geschichte der Stadt zu hören näher zu kommen.

hüftschwung

What Sound is Space? – Über die Kunst die Geschichte der Stadt zu hören

Jede Stadt klingt! Sie hat ihre besonderen Geräusche und Klänge. Klang ist gegenwärtig und eröffnet Hörmomente, die aus der Vergangenheit kommen oder in die Zukunft weisen. Über diese Klänge entsteht ein eigenes Stadtbild, das einer permanenten Veränderung unterliegt.

Im Rahmen des diesjährigen Erlanger Hörkunstfestivals unter dem Motto “Klang<<Körper” wollen wir exemplarisch einige Orte des öffentlichen Raums in Erlangen untersuchen und mit den Teilnehmenden der Workshops analysieren, wie diese Räume aktuell klingen bzw. wie diese geklungen haben könnten. Hierbei wollen wir uns auch mit der Fragestellung nach dem historischen Klangbild der Stadt und Klängen, die noch heute auf dieses verweisen auseinandersetzen. Diese Klänge werden in Karten verortet und digital aufgenommen. Durch eine Diskussion mit den Teilnehmenden werden sogenannte “Hörenswürdigkeiten” definiert, die dem visuellen Stadterleben ein akustisches gegenüberstellen. Abschließend ist geplant aus dem Material einen akustischen Stadtrundgang zu erstellen.

Der Workshop findet Freitag und Samstag je 13 Uhr statt und dauert, je nach Interesse, zwischen 4 und 5 Stunden. Treffpunkt Freitag ist Tagungsraum 4, Samstag: Tagungsraum 3. Sonntag findet um 11 Uhr im Kino eine kleine Präsentation der Ergebnisse statt.

Die Teilnahme ist kostenlos und erfolgt auf eigene Gefahr. Es wird aber um Spenden für die Durchführenden gebeten. Für die Teilnahme ist der Besitz eines MP3-aufnahmefähigen Gerätes von Vorteil.

Alle weiteren Informationen können hier abgerufen werden.