Archiv für den Monat: Juli 2015

GROSZSTADTGESCHICHTEN

Will Eisner: New York – Großstadtgeschichten

Einer der ganz Großen des Comic-Gendres ist, oder war Will Eisner.
Angesichts seiner allseits bekannten Kreativität, seiner Innovationen wie man “Bildgeschichten” erzählen kann und nicht zuletzt seiner Auseinandersetzung mit der Stadt (meistens seiner Heimatstadt New York) leistet ich mir jüngst “New York-Großstadtgeschichten”.
Angelockt hat mich darin die Geschichte “The Building” einer, bzw. mehrerer Short Stories die um ein Gebäude kreisen.
Schon längere Zeit arbeite ich ja selber an Comics die sich “verorten” lassen, die Geschichten von Häusern erzählen, also lag es auf der Hand sich vom Altmeister inspirieren zu lassen.
Eisner schildert die Geschichte des “Buildings” mit Hilfe mehrere Personen die alle einen starken Bezug zu diesen Ort haben.
Da ist der Mann der sich plötzlich für Kinder einsetzt, weil er nicht verhindern konnte das ein Kind vor dem “Building” erschossen wurde.
Da ist der Geiger, dessen Spiel kleine Wunder in seiner Umgebung auslöste und der immer vor den “Building” spielte.
Und da ist die Schöne die immer den armen Poeten liebte, aber sich zur Sicherheit mit einen Zahnarzt vermälte. Ihr alltäglicher Treffpunkt war vor dem “Building”.
Und schließlich gibt es die Geschichte vom Immobilienmagnanten dessen Obsession der Besitz von ” the Building” war, und sich zum Erlangen dieses Zieles total ruinierte.  Als er dann endlich der Besitzer ist, ist seine Lage so verzweifelt das er sich aus einen Fenster stürzt.
In einer früheren Fassung dieses Textes schrieb ich das ich “entäuscht” bin – nun da ich die Stories so bechreibe, erscheinen sie mir doch irgendwie wunderschön, und ich denke in der Erzählung von Menschen war Eisner ein Genie.
Meine Mißstimmung kommt von der Klammer die Eisnerer um diese kleinen wunderschönen Geschichten tut: als “Geister” versammelt er die Protagonisten vor dem Gebäude. Und breitet darum ein “Vorwort” aus, einen Text der nicht frei ist von “Sentimentalitäten” über die Nail Gaiman in der Einleitung des Comicbooks schreibt.
Da wo Eisner seine Geschichten mit Bilder erzählt gelingt es ihn mühelos Text und Bild zu einer Einheit zu verschmelzen, aber wo Eisner eher textlastig wird wird er tendenziel kitschig. Und Kitsch steht im absoluten Gegensatz zu den harten, tragischen Geschichten die er erzählt.

Sebastian Strombach

Eisner, Will: “New York – Großstadtgeschichten”; Carlsen 2011